ARBEITSGRUPPE SCHLOSSBERG HAINBURG

Verein zur Erhaltung der Hainburger Baudenkmäler

 

 

 

Chronik der „Heimoburg“

 

Ende 9. Jh.               der Name „Heimenburg“ ist vermutlich auf einen Heimo als Namensgeber

bis ca.                         zurückzuführen. Ob es der Ende des 9. Jhdts. dem Grenzgrafen Arbo unter-

1030                            stellte Heimo aus dem Nahbereich Kaiser Arnulfs ist oder ein anderer Heimo, wie verschiedene Historiker überlegen, ist nicht zu beweisen. Es lässt sich auch in den folgenden Jahrzehnten in den bekannten Quellen kein Heimo nachweisen, und es scheint auch schwer möglich, dass im ungarischen Einflussgebiet, in dem die überlieferte Heimenburg zweifelsohne gelegen ist, eine karolingische oder später bayrisch-fränkische Burg errichtet werden kann.

907                                vernichten die Ungarn (nachdem sie 904-906 das großmährische Reich besiegt haben) das bayrische Heer bei Pressburg und das Gebiet östlich der Enns gelangt unter ihre Herrschaft. Trotzdem dürften Handel und auch eine Besiedlung stattgefunden haben. Beim Kirchenberg von B.D. Altenburg scheint so eine Siedlung bestanden zu haben, denn Gräberfunde belegen eine slawische wie auch eine deutsche und später eine ungarische Besiedlung.

997                              Hochzeit Giselas, der Schwester des späteren Königs Heinrich II. mit König Stefan I. von Ungarn. In ihrem Gefolge ziehen wahrscheinlich viele Ritter und Dienstmannen mit. In den folgenden Jahren fördert König Stefan die deutsche Zusiedlung zur Festigung seiner Macht. Dass einige dieser Ritter für ihre Dienste auch in unserem Gebiet Land bekommen haben und dadurch eine bayrische und fränkische Besiedlung erfolgt, ist nicht unwahrscheinlich. Und so scheint es eine interessante und durchaus denkbare Variante, dass es im Laufe des 1. Viertels des 11. Jhdts. zur Errichtung oder Übernahme der Heimenburg durch einen bayrisch-ostfränkischen Heimo gekommen ist, und zwar, wie der Historiker Stefan Scholz annimmt, unter der Schirmherrschaft König Stefans und nicht des deutschen Kaisers. Bei dieser Heimenburg handelt es sich um den damals üblichen Typus der Fluchtburg als zentrale, befestigte Siedlung auf einer Anhöhe, die wir in der leider verloren gegangenen Ringwallanlage „Am Stein“ neben dem Kirchenberg annehmen können.

1031                              kommt Kaiser Konrad II. während eines Feldzuges gegen König Stefan I. nach Heimenburg, wo ihm der Sage nach die Erbauung der Marienkirche zugeschrieben wird. Tatsache ist, dass er bei Wien den deutschen Kaiser Konrad II. gefangen genommen hat und dieser im Frieden von Regensburg das Gebiet zwischen Fischa und Leitha an die Ungarn abtritt.

1042                            zerstört Kaiser Heinrich III. auf seinem groß angelegten Feldzug gegen die Ungarn die Burgen „Heimenburg“ und Preßburg. (1. namentliche Nennung der „Heimenburg“).

7.3.1045                     in einer Urkunde werden großzügige Landschenkung (150 Hufe im Gebiet zwischen Fischa, March und Leitha) an einen Markgrafen Siegfried bestätigt, der aber in den folgenden Jahren ebenso wie die damals genannte „Ungarn- oder Neumark“ keine Erwähnung mehr findet. Es scheint, dass diese geplante Einrichtung nicht umgesetzt worden ist, vielleicht, weil nicht genug Menschen in dieses Gebiet gekommen sind oder Siegfried andere Aufgaben übernommen hat.

1050                            gibt Kaiser Heinrich III. in Nürnberg, so berichtet die Chronik des Klosters Niederalteich, den Auftrag zur Wiederherstellung „Heimenburgs“. Bischof Gebhart von Regensburg, Herzog Konrad von Bayern und Markgraf Adalbert von Österreich werden damit beauftragt.

25.10.1051                Kaiser Heinrich III. weilt selbst in Heimenburg, wo er zwei Urkunden ausstellen lässt, die der Marienkirche großzügige Schenkungen zukommen lassen. Wahrscheinlich hat man die Einrichtung eines Kollegiatstiftes unter Leitung eines Propstes vorgesehen, zu der es letztlich aber nicht gekommen ist. Im lateinischen Text heißt es „in loco“ also - „in“ Heimenburg.

1052                            belagert ein Reichsheer acht Wochen lang Pressburg, aber ohne Erfolg. Die Auseinandersetzungen mit den Ungarn dauern an und erst durch Vermittlung des Papstes kommt es zu einem Frieden.

18.10.1058                Kaiser Heinrich IV. schenkt die Marienkirche und alle 1051 gemachten Stiftungen seiner Mutter Agnes. Im lateinischen Text heißt es „iuxta castrum Heimenburc“ also – „neben der Burg Heimenburc“.        Es dürfte also in den Jahren davor die Entscheidung zur Errichtung einer Reichsburg nicht nur gefallen, sondern auch tatsächlich mit dem Bau begonnen worden zu sein. Es scheint nahe liegend, dass es sich dabei um eine dem neuen Burgentypus entsprechende Steinburg auf einer schwer zugänglichen Höhenstellung, wie wir sie auf dem Schlossberg vorfinden, handelt. Dies ist aber nicht restlos nachzuweisen, denn die „alte“ Burg „Am Stein“ ist verloren gegangen und genauere Aussagen können wahrscheinlich erst nach archäologischen Grabungen auf dem Schlossberg gemacht werden. Dementsprechend divergieren auch die Datierungen der Historiker über die Entstehung der Burg auf dem Schlossberg.          Gerhard Seebach, der 1977 eine Planaufnahme und eine baugeschichtliche Untersuchung der Burg durchgeführt hat, sieht (im Gegensatz zu anderen Historikern) in der Pankratiuskapelle und im Saalbau die Hauptgebäude dieser kaiserlichen Burg, die er viel kleiner annimmt als die heute sichtbare Anlage und in die 2. H. des 11. Jahrhunderts datiert. Die nach Osten weisende Halbkreisapside der einschiffigen, längsrechteckigen Kapelle (innen 10,60 x 6,30 m) springt aus der in Resten vorhandenen 1,05 m breiten Ringmauer (Abbildung 1) vor, ebenso wie die südwestliche Giebelwand des Saalbaues (Palas), die ein Tor flankiert. Der Saalbau dürfte über dem dreigeteilten Erdgeschoss (27 x 8,20 m) in zwei weiteren Geschossen mit repräsentativen Charakter aufgeragt haben.

1106                            heiratet Markgraf Leopold III. Agnes, Tochter Kaiser Heinrichs IV. und Witwe Herzog Friedrichs von Schwaben. Die Ehe kommt über Versprechen des späteren Kaisers Heinrich V. zustande. In der Auseinandersetzung König Heinrichs mit seinem Vater Kaiser Heinrich IV. scheint im Herbst 1105 eine Ritterschlacht unausweichlich. Doch Leopold III. wechselt mit seinen Gefolgsleuten ins Heer des Sohnes und führt somit die Entscheidung zu dessen Gunsten herbei. Er hat als „Realpolitiker“ zwar gegen seinen Kaiser die Fronten gewechselt, dadurch aber eine Ritterschlacht zwischen Vater und Sohn verhindert.

1108                            weilt Kaiser Heinrich V. in Österreich um einen Feldzug gegen Ungarn vorzubereiten. Alle Reichsrechte und Reichsgüter in der Babenbergermark dürfte er damals Markgraf Leopold III. (siehe 1106) übergeben haben. Damit beginnen die Babenberger Landesfürsten zu werden und erweitern ihre Interessensphäre bis an die Ungarngrenze. Auch der kaiserliche Besitz Hainburg fällt so an die Babenberger, zu denen bereits im Laufe des Investiturstreites viele Ministerialen und Gefolgsleute nach der Vertreibung der Vohburger gewechselt haben. Scholz nimmt an, dass Diepold I. (vielleicht schon ab 1056) oder sein Sohn Diepold II. (Ã1078) durch die Ansiedlung zahlreicher vohburgische Gefolgsleute das schwach besiedelte Grenzland zwischen Fischa und Leitha mit Niederadelssitzen zu füllen begonnen und so die Sicherung der Ostgrenze übernommen haben. Dieser schrittweise Wechsel zu den Landesfürsten dürfte unter Leopold V. vermutlich vollendet gewesen sein.

1192/94                     beginnt Herzog Leopold V. mit der planmäßigen Befestigung der Stadt und dem Ausbau (Vergrößerung) der Burg, denn beide sollen eine starke Wehreinheit bilden und die landesfürstliche Macht repräsentieren. Dabei wird wie in anderen Städten das für König Richard Löwenherz (1192 in Erdberg gefangen genommen) nach 1194 erhaltene Lösegeld verwendet, wie einer Notiz in einer Wiener Chronik des 13. Jhdts. zu entnehmen ist.

                                     In den folgenden 50 Jahren scheint die in ihren Grundzügen heute noch bestehende Hainburger Wehranlage auch tatsächlich errichtet worden zu sein (abgesehen von mehreren Um- bzw. Ausbauten im südlichen Burgbereich, sowie Zwinger und Bastionen), worüber sich die Historiker ziemlich einig sind. Exakte Datierungen sind allerdings auf Grund der Quellenlage nicht zu belegen und daher als mögliche Theorien einzustufen.

                                     Seebach datiert die Ringmauern im Nord-Osten der Burg, die bis an den Rand des Felsplateaus vorgeschoben werden und dadurch einen weitläufigen Burghof umschließen, in diesen ersten Bauabschnitt. Ein fast quadratischer Turm (5,70 m Seitenlänge) scheint gleichsam als Reckturm an der Ostecke (heute Stiege zur Aussichtsterrasse) auch repräsentative Funktion gehabt zu haben. Er ist über eine an der Innenseite der Ringmauer gemauerte 60 cm breite Stiege zu erreichen. Der bis zu 10 m hohe östliche Ringmauerzug ist mit drei Gusserkern  bestückt und weist bis zur Kapelle hin keine weiteren Türme auf.                        
1195     wird
Friedrich I. Herzog von Österreich, ihm folgt

1198                            Leopold VI. und unter beiden wird der Ausbau der Burg und der Stadtbefestigung fortgesetzt. Leopold VI. erweitert die Stadt um einen großen rechteckigen Marktplatz und führt die Befestigungen bis an die Donau. In seine Regierungszeit fällt der Hauptanteil der Arbeiten, wobei seinen Ministerialen und Lehensmännern hier große Aufgaben zufallen.

                                     Auf der Burg wird die Schließung des Mauerringes sowie eine Erhöhung und Verstärkung der Ringmauerzüge mit einer über dem 3. Geschoß nach außen vorkragenden Wehrgalerie durchgeführt. Zwei weitere Türme mit querrechteckigem Grundriss werden an der südlichen und an der westlichen Ringmauer errichtet. Der südliche ist in Fundamentresten von schön behauenen Quadern erhalten, der westliche dürfte der vom Blitz getroffene Pulverturm gewesen sein.

                                     Im Süden sind Wohngebäude zwischen der alten und der neuen Ringmauer anzunehmen, von denen allerdings nur spärliche Reste vorhanden sind. Bemerkenswert ist eine Säule mit Knospenkapitell im dritten Geschoß der Mauer an der Südecke.

1226                            lehnt sich Heinrich der „Grausame“, zweitgeborener Sohn des Herzogs, gegen seinen in Italien weilenden Vater auf, rückt in Hainburg ein und verjagt seine Mutter Theodora. Im Babenbergerstammbaum ist dieses Ereignis festgehalten und verziert die Rückseite des Buches „Die Welt der Babenberger“. Der Herzog kehrt zurück und stellt die Ordnung wieder her. Ausbau von Burg und Stadt gehen weiter. In die nun folgende Bauphase fallen das innere Burgtor und der Wohnturm. Das Burgtor ist laut Seebach als Flankentor konzipiert, d.h. ein über-Eck in den Bering gestellter Turm flankiert das eingezogene Rundbogentor.            

                                     Der repräsentativen Erscheinung wegen ist der viergeschoßige Turm mit einer äußeren Mauerschale aus glatt gehauenen Quadern verkleidet. Die Ähnlichkeit des Torkomplexes mit dem Ungartor, die Schrägstellung im Mauerzug und das Aufscheinen des gleichen Steinmetzzeichens in Form eines 3 cm großen griechischen Kreuzes mit Querbalken lassen Seebach auf

1225/1230                als Entstehungszeit der beiden Tore schließen. 

                                     Als bedeutendster Baukörper dieser Zeit ist der in drei Geschoßen erhaltene Wohnturm   anzusehen. Der über fast quadratischem Grundriss (Seitenlänge ca. 10,80 m, Mauerstärke im Erdgeschoss 2,15 m) wuchtig aufgehende Turm sitzt auf einem quaderverblendeten Sockelgeschoss mit Wasserschlaggesims. Der Eingang im Erdgeschoß wurde später ausgebrochen. Über einen Hocheinstieg an der Ostseite des Turmes gelangt man durch eine einfach abgestufte Rundbogentür mit leidernur mehr einem erhaltenen sehr schönen Knospenkapitell auf einem Vollsäulchen auf hohen Sockel in das 1. Geschoß .Der etwa 7 m hohe Raum wird von einem interessanten Kreuzrippengewölbe (vermutlich später unter König Ottokar eingezogen) überdeckt, hat einen Kamin und zwei Fensteröffnungen mit tiefen Sitznischen. Außen erkennt man den schön gearbeiteten kleeblattbogigen Dreipassabschluss und beim stadtseitigen Fenster ist noch der Mittelsteher erhalten. (Solche Fenster finden sich auch in der Mauer des sogenannten „Hauses der Theodora“ und an einem südwestlichen Stadtmauerturm im Areal des ehemaligen Meierhofes). Eine Treppe in der Südwestmauer führt ins Obergeschoß mit drei Sitznischen. Die zentrale und dominante Stellung des Turmes lässt ihn als repräsentativen, die landesfürstliche Macht symbolisierenden Wohn- und Verwaltungsbau erscheinen, für den staufische und französische Vorbilder herangezogen werden können. Er ist vermutlich unter Leopold VI. zu datieren. (Donin setzt die Errichtung des Wohnturmes allerdings um 1260 unter Ottokar an).

Dass damals auch die Kapelle umgebaut wird, ist denkbar, denn der Einbau einer Empore im hinteren Teil der Kapelle, auf die das erhöhte dritte Fenster an der Nordwand hinweist, könnte in dieser Zeit erfolgt sein.

Darauf könnte auch eine Notiz in der „Streitbeilegungsurkunde von 1248“ (zitiert bei Scholz) hinweisen. Der dort erwähnte Rudolf Mazo, hat am Tag der Einweihung der Pankratiuskapelle dieser einen Hof samt Zubehör zum Geschenk gemacht. Er scheint als Stadtministerialer in Hainburg eine bedeutende Stellung gehabt und gleichsam als Beauftragter des Herzogs (vielleicht landesfürstlicher Verwalter) auf der Burg das dortige Baugeschehen geleitet zu haben. Er hat 1233 sein Testament besiegelt und dürfte in diesem Jahr oder 1246 gestorben sein, sodass man die Einweihung der Kapelle wohl auch in dieser Zeit annehmen muss. Ob damals schon der hölzerne Übergang vom Wohnturm in die Empore der Kapelle (die Balkenauflager sind vorhanden) gebaut wurde oder erst später, als zwischen Wohnturm, Kapelle und dem zweigeschossigen Turmvorbau scheinbar ein Wohnraum – vielleicht für einen Burgkaplan? - geschaffen wurde, bleibt offen (siehe 1709).

28.7.1230                  Friedrich II. folgt seinem Vater als Herzog. Unter ihm werden die Befestigungsarbeiten weitergeführt, vermutlich das Wienertor errichtet und die Stadtmauern im Osten und im Westen den Berg hinauf bis zu den Ringmauern hochgezogen. In diese Bauphase dürfte auch die Errichtung des Rundbogentores durch die Stadtmauer zur Sicherung des Karrenweges fallen. Eine hölzerne Wehrgalerie dürfte über eine bergseitig innen an der Stadtmauer liegende Treppe erreichbar gewesen sein.

15.6.1246                   Herzog Friedrich II. fällt bei einem Gefecht mit den Ungarn bei Ebenfurth. Da er keine Erben und keine Bestimmungen über seine Nachfolge hinterlässt, fallen Österreich und die Steiermark an das Reich zurück.

1247                            melden Königinwitwe Margarethe, Schwester des letzten Babenbergers, und seine Nichte Gertrud gestützt auf das „Privilegium minus“ ihre Erbansprüche an, doch Kaiser Friedrich II. ernennt Otto von Eberstein und später Meinhard von Görz zu kaiserlichen Statthaltern in den Ländern der Babenberger.

                                     Margarethe nimmt in Hainburg ihren Wohnsitz (vermutlich) auf der Burg, die ja gut ausgestatteter Babenbergerbesitz ist. Mehrere bis 1249 ausgestellte Urkunden belegen ihre Anwesenheit und vielleicht hat sie einiges baulich für sich adaptieren lassen.

13.12.1250                 Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen stirbt in Apulien, ohne über die Reichslehen der Babenberger entschieden zu haben.

1251                             schlägt König Wenzel von Böhmen einer österreichischen Gesandtschaft seinen Sohn Ottokar als Landesherrn vor. Dieser rückt im November mit einem Heer nach Österreich ein und findet keinen Widerstand.

11.2.1252                   Premysl Ottokar von Böhmen heiratet Margarethe von Österreich in der Pankratiuskapelle auf dem Schlossberg. Mit dieser Hochzeit will er seine Ansprüche auf Österreich und die Steiermark legitimieren.

                                     Hainburg ist für Ottokars Ungarnpolitik von großer Bedeutung und er hält sich mit seinem Hof so oft in Hainburg auf wie kein anderer Landesfürst vor oder nach ihm.

                                     Daraus kann natürlich landesfürstliche Bautätigkeit geschlossen werden, einerseits in der Stadt (der Ausbau der Martinskirche um 1260, die gewaltige Erhöhung des Wienertores über den Buckelquadern mit Zinnenabschluss, ...) und natürlich auch auf der Burg. Das schon erwähnte Kreuzrippengewölbe im Wohnturm der Burg wird von mehreren Kunsthistorikern der Bautätigkeit Ottokars zugeschrieben. Die tief herabgezogenen Rippen mit einem breiten Birnstabprofil lasten auf drei verschiedenen Eckkonsolen (Knospen-, Blätterkapitell mit Kopf und profiliert gestuftes oktogonales Kapitell, von unbestrittener kunsthistorischer Bedeutung). In der vierten Ecke ergibt sich eine Verschneidung mit dem Konsolsturz der Tür zur Stiege ins Obergeschoß. Die Errichtung von Wohnbauten aus dieser Zeit ist nicht nachzuweisen, obwohl viele später vermauerte Spolienreste sehr wohl auf prunkvolle mittelalterliche Bautätigkeit, vielleicht im Bereich des Palas und des südlichen Burgbereiches, schließen lassen. Die Verstärkung des äußeren Burgtores durch vorkragende Mauersäulen zu beiden Seiten des Tores ist in diese Epoche zu datieren.    

                                    

22.9.1253                  König Wenzel stirbt und Przemysl Ottokar II. wird König von Böhmen.

25.10.1261                 Ottokar löst mit Zustimmung Papst Urban IV. seine Ehe mit Margarethe und heiratet kurz darauf Kunigunde, eine Enkelin König Belas IV. von Ungarn in Hainburg.

28.10.1267                Margarethe stirbt in Krumau am Kamp, wohin sie sich zurückgezogen hat.

24.10.1273                Graf Rudolf von Habsburg wird in Aachen zum deutschen König gekrönt.

12.8.1278                   König Rudolf I. überquert von Wien kommend mit seinem Heer bei Hainburg die Donau.

26.8.1278                  Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen, wahrscheinlich die größte Ritterschlacht der Geschichte, endet mit dem Sieg des Habsburgers, König Ottokar findet den Tod.

1282                            belehnt König Rudolf I. auf dem Reichstag zu Augsburg seine Söhne Albrecht und Rudolf mit den Herzogtümern Österreich und der Steiermark zu gemeinsamer Hand.

1.6.1283                     im Rheinfelder Vertrag wird die Habsburgische Hausordnung geschlossen, sie bestimmt Herzog Albrecht I. zum alleinigen Regenten. Damit wird die habsburgisch-österreichische Hausmacht begründet und Hainburg fällt an die Habsburger. Für deren hochgesteckte politische Ziele scheinen Stadt und Herrschaft Hainburg kaum interessant gewesen zu sein, sodass der Landesfürst und nach und nach auch die Stadtministerialen als Investoren (für die Instandhaltung der Bauwerke und Befestigungen ) verloren gehen und lediglich die Stadtbürger als solche aufscheinen. Durch Verkäufe und Verpfändungen von landesfürstlichen Gütern versuchen die Habsburger ihre großen finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen. Da Herrschaft und Stadt Hainburg im 14. Jhdt. auf Grund zahlreicher Rechte und einer soliden wirtschaftlichen Basis ein reichliches Einkommen aufzuweisen hat, sind Verpfändungen der Herrschaft und später auch der Einkünfte der Stadt die Folge. Dass die Pfandinhaber natürlich interessiert sind, ihre Auslagen so schnell wie möglich einzutreiben, ist verständlich. Nur ganz wenige sind bereit, ihren Verpflichtungen nachzukommen und die Verteidigungsanlagen in Stand zu halten. Oft müssen sie dazu erst aufgefordert werden oder die Stadtbürger tun dies.

1286                            wird der Hauptmann von Hainburg, Hugo von Taufers, vom Herzog beauftragt, mit Iwan von Güssingen zu verhandeln.

28.8.1291                  der zwischen König Andreas III. von Ungarn und Herzog Albrecht I. von Österreich geschlossene Friede zu Hainburg beendet mehrere Jahre andauernde Grenzstreitigkeiten und Kriege.

1308                            ist eine Urkunde mit dem Bruchstück eines Hainburger Stadtsiegels belegt, das 1363 im k.u.k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in weißem Wachs abgedruckt vollkommen erhalten aufscheint. Es stellt einen rechts schreitenden Löwen mit einem Turm am Rücken dar und wird von der Inschrift „ X Sigillum civitatis Haimburgensis“ umgeben. Es könnte auf Friedrich den Schönen zurückgehen, der den Bürgern der Stadt zwischen

1308-1314                 Privilegien verleiht, die ihnen die Rechte der freien Stadtbürger zusichern und sie damit aus der Rechtsgewalt des

                                   herzoglichen   Burggrafen und Pflegers ausnehmen. Scheinbar nicht zufällig tauchen 1308 erstmals ein Stadtrichter und

                                   Geschworene  auf.

15.8.1340                  ein Pfarrer Ulrich ist auf der Burg überliefert.

1356                            erhält zu Pfingsten Alber v. Puchheim von Herzog Albrecht II. die Feste Hainburg samt Gericht, Maut und allem Nutzen für 4500 Pfund Wiener Pfennige verpfändet.

1375                            verpfändet Herzog Albrecht III. Burg und Stadt Hainburg an Hans v. Liechtenstein, dem er u.a. für die Kost der Besatzung unter dem Befehl eines Hauptmannes von Aussenstein 50 Pfund bestätigt.

1376/77                      bekommt Liechtenstein für vorgeschriebene Bauarbeiten in Stadt und Burg die Summen von 200, dann 400 Pfund, die innerhalb von 4 Jahren zu verbauen sind.

1382                            lässt sein Nachfolger Kadolt von Eckartsau nur auf der Burg für 100 Pfund Arbeiten ausführen.

22.8.1384                  ist Ulreich von Fischamend als Kaplan der Feste Hainburg überliefert.

1391                             nennt sich Andreas von Dörr, Besitzer der Herrschaften Deutsch Altenburg und Wildungsmauer, auch Burggraf von Hainburg.

1398                            wird Hainburg einem Alber den Stüchsen verpfändet.

5.5.1406                     Herzog Wilhelm von Österreich verpfändet seinem Rat Hanns Rukendorfer Hainburg, das damals unter anderen Einkünften 500 Pfund Pfennige an gewöhnlichen Steuern einbrachte.

1426                            ist Sigmund von Kranichberg laut einem Gedenkbuch des Hofkammer-Archivs als Pfleger in Hainburg genannt. (Er dürfte dies von 1423 – 1427 gewesen sein). An seiner Stelle wird am

10.10.1432                in demselben Gedenkbuch ein Jörg Rukendorfer genannt.

1437                            Rechnungen des Hainburger Stadtrichters Peter Tannberger belegen Bauarbeiten auf der Burg. Dabei dürfte zum Transport der

Baumaterialien ein Aufzug verwendet worden sein, für den man das sogenannte „Aufzugsfenster“ die stadtseitige Ringmauer gebrochen hat. Es dürfte sich dabei u.a. um den Beginn der Bauarbeiten an den von Seebach in die 1. H. des 15 Jh. datierten rund 70 cm starken Zwingermauern handeln, die im Abstand von 4 - 6 m rund um die Burg angelegt sind.

1452                            belagern Ulrich Eizinger, Ulrich von Cilli und Heinrich von Rosenberg in den Kämpfen um Ladislaus Postumus Hainburg und verwüsten das Umland.

1464                            ist Johann von Kranichberg (wie früher sein Vater) Pfandinhaber von Hainburg.

1476                            wird die Burgkapelle in einem Manuskript des Archivs der Schotten in Wien als „dem hl. Georg geweiht“ bezeichnet. Wann sie dieses Patrozinium erhalten hat, ist nicht zu belegen.

                                     Ein Achaz Ennenkl von Groß ist damals Hauptmann von Hainburg.

21.8.1477                   Belagerung Hainburgs durch das Heer des ungarischen Königs Matthias Corvinus, ebenso werden Wien und Krems eingeschlossen. Hainburg fällt nicht an die Ungarn, denn am

1.12.1477                    beendet der Friede von Gmunden, der dem Kaiser einige Zugeständnisse abverlangt, diesen Krieg. Die eroberten Gebiete werden von den Ungarn geräumt. Doch die Spannungen zwischen Kaiser Friedrich III. und dem Ungarnkönig bleiben bestehen und die Gefahr von weiteren Kriegen veranlasst den Kaiser die Mauern etlicher Burgen und Städte, wie Wien, Krems, Hainburg u.a., zu verstärken. Vielleicht fällt in diese Bauphase die Fertigstellung der Zwingermauern, denn der Zwingerbau scheint laut Seebach über längere Zeit hinweg nach einem unveränderten Konzept durchgeführt worden zu sein, was er mit dem Fehlen von moderneren Flankierungsmaßnahmen begründet.

1482                            erklärt Matthias Corvinus im März dem Kaiser erneut den Krieg mit dem Ziel, ihm Wien und die österreichischen Lande zu entreißen. Die kaiserlichen Truppen erringen bei Bruck einen großen Erfolg gegen den Heerführer Szapolyai. Matthias Corvinus beschließt nun, die Belagerung Hainburgs ab

28.6.1482                  persönlich zu leiten. Der ungarische Hofschreiber Bonfini berichtet vom Einsatz eines Belagerungsgeschützes, zu dessen Transport 80 Pferde benötigt werden.

30.9.1482                  nach fünfmonatiger Belagerung übergibt der Kommandant von Hainburg, Wolfgang Fuchs, die Festung gegen 3000 Gulden und freies Geleit.

1.6.1485                     Matthias Corvinus zieht in Wien ein.

17.8.1487                   mit der Einnahme von Wr. Neustadt ist der Widerstand in NÖ gebrochen.

6.4.1490                    Matthias Corvinus stirbt in Wien. Nach der Wahl Wladislavs von Böhmen zum König von Ungarn im Juli, bricht der Habsburger König Maximilian I. im August mit einem Heer von Graz auf, um einerseits die habsburgischen Ansprüche auf den ungarischen Thron zu wahren und andererseits die Ungarn aus Österreich zu vertreiben. Das gelingt ihm bis Ende September. Auch Hainburg wird zurück erobert.

7.11.1491                    Friedensschluss zwischen König Maximilian und König Wladislav von Ungarn. Die Abgesandten König Maximilians befinden sich in Hainburg König Wladislav in Pressburg.

21.1.1492                   Kaiser Friedrich III. verpfändet Hainburg einem Hans von Reichenberg, dem Jüngeren.

8.1.1500                     Weikart von Polheim wird (nach Wolfgang der Gravenwerder) Pfleger in Hainburg.

10.7.1501                   Leonhard von Frauenberg, kaiserlicher Rath und Oberster Hofschenk tritt als Pfleger auf, der eine Kommission anfordert, die den Bauzustand der Burg überprüfen solle.

1508                            wird der kaiserliche Truchsess Jakob von Embs Hauptmann in Hainburg, wofür er jährlich 600 Gulden Burghut angewiesen erhält. Noch im selben Jahr wird als sein Nachfolger in den Akten des Hofkammerarchivs ein Sigmund Lamberger genannt.

1513                             wird dem Leonhard Nauber Schloss Hainburg verpfändet.

28.8.1514                  Burg und Herrschaft Hainburg werden an Wilhelm von Zelking verpfändet, der zu Baumaßnahmen auf der Burg verpflichtet wird und dafür im Jahre

1517                             1500 Gulden verschrieben bekommt. Er scheint dieses Geld aber nicht in die Burg investiert, sondern für andere Zwecke verwendet zu haben, denn bereits

1522                            wird er durch einen kaiserlichen Befehl aufgefordert, an der Burg Ausbesserungs- und Reparaturarbeiten auszuführen. Diese werden dann angesichts der drohenden Türkengefahr tatsächlich durchgeführt. In diese Zeit fällt vor allem die Umstellung auf Feuerwaffen, die umfangreiche Adaptierungsarbeiten an den alten und teilweise beschädigten Wehranlagen notwendig machen: Schießscharten für Hakenbüchsen, Geschützstellungen in einigen Abschnitten des Zwingers, gemauerte Vorwerke bei den Toranlagen. Dies belegt u.a. eine Notiz bei Donin, nach welcher im Schlosse

                                     Hainburg der kaiserliche Büchsen- und Baumeister Rosenheimer bis

1524                            gewohnt habe und außerdem die Kammer in Österreich im Jahre 1530 angewiesen wird, die Ausgaben zu dem Bau am Schlosse mit Wilhelm von Zelking abzurechnen.

Sept. 1529                 erobern die Türken unter Sultan Suleiman II. Hainburg. Die Besatzung hat sich schon beim Herannahen des türkischen Heeres über die Donau nach Korneuburg abgesetzt.

1532                            nehmen die Stadtbürger (vermutlich an der Stadtbefestigung) selbst die Modernisierungs- und Instandhaltungsarbeiten in die Hand, wobei die Zinnen für Bogenschützen nun auf Schusswaffen umgerüstet werden, d.h. sie werden zu schmäleren Scharten vermauert und mit Prellhölzern für die Hakenbüchsen versehen.

                                     In diesem Jahr scheinen die Zelkinger die Herrschaft an Graf Georg von Walterskirchen verpachtet zu haben, denn Wilhelm v. Zelking begleitet als Obersthofmeister die Königinwitwe Maria von Ungarn (die Schwester Ferdiand I.) nach Augsburg und Regensburg. 1541 verstirbt Wilhelm von Zelking, sein ältester Sohn Georg Wilhelm wird Pfandinhaber.

1547                            verpachten die Zelkinger Burg und Herrschaft an Elias von Rottwitz und nehmen ihren Wohnsitz in einem großen Stadthof, in dem in ein Bräuhaus umgebauten Hundsheimerhof. Rottwitz

                                     dürfte tatsächlich Ausbesserungsarbeiten an den Wehranlagen durchgeführt haben. Ihm wird die Errichtung des .Torbaues zwischen Turm und Kapelle zugeschrieben.

                                     Es ist ein zweigeschoßiger, fast quadratischer mit Hakenbüchsenscharten (Abbildung 18) bestückter Bau. Den oberen Raum kann man durch eine durch den Kamin gebrochene Tür (1976 zugemauert) betreten.

1551-54                      Pfandinhaber Reimprecht von Ebersdorf verhandelt wegen der Instandsetzung der Burg, dürfte aber verstorben sein, denn sein Vetter Paul Wilhelm v. Zelking führt Verhandlungen über die Weiterverpachtung an Rottwitz, nachdem er die Herrschaft wieder zurück bekommen hat.

28.4.1554                  erfolgt die offizielle Überschreibung der Herrschaft an Elias von Rottwitz.

4.5.1554                     Donin zitiert Gedenkbuch Nr. 72-1554 des Hofkammerarchivs, in dem beschrieben wird, dass die Ringmauern um das ganze Schloss zu bessern und etliche Klafter neu aufzuführen seien, der Zwinger „zu gar nichts nutz“ und das Schloss abgebrannt sei, sodass Dächer und Böden neu zu errichten seien. All die Arbeiten kosten die nicht unbedeutende Summe von 2271 Gulden.

                                     Rottwitz scheint nun diese Summen tatsächlich in die Instandsetzung der Verteidigungsanlagen investiert zu haben. Die halbrunde Ausbuchtung aus dem Zwinger am östlichen und die teilweise abgerutschte Bastion am südlichen Berghang könnten in diese Zeit zu datieren sein. 

                                     Auch die Aufrüstung des Burgtores (von Seebach am Beginn des 16. Jhdts. angesetzt) wird von anderen Historikern unter Rottwitz datiert. An der linken Seite des Tores wird eine Flankenmauer parallel zum Turm aufgezogen und von einem Rundbogen überspannt. In der so entstandenen Torhalle besteht die Möglichkeit über Klemmbalken eine Wehrplattform einzuziehen. Eine vorkragende Wehrgalerie läuft außen um das 3. Geschoß, sie ist von der Torwächterwohnung aus zu betreten. Durch einen an der Hofseite über drei Kragsteinen aufgehenden tonnengewölbten Raum (mit Rauchabzug) wird die Wohnung erweitert.

                                     Vor dem Burgtor lassen die große Ausbuchtung des Zwingers und einige Mauerreste ein Vortor mit eigenem Torzwinger und davor liegendem Graben vermuten.

                                     Darüber hinaus nehmen Donin und Seebach an, dass Rottwitz im Jahr seiner tatsächlichen Herrschaftsübernahme auch eine schlossartige Anlage errichten lässt. Seebach glaubt diese im Innenhof der Burg zu erkennen. Es dürfte ein dreiflügeliger, den Saalbau und den Wohnturm mit einbeziehender Wohn- und Verwaltungsbau im Renaissancestil bestanden haben. Einige Mauerreste im südlichen Hofbereich, vor allem aber mehrere Maueransätze, Abbruchreste und Fundamente lassen auf einen Bau zwischen Wohnturm und Palas schließen .

                                     Donin sieht dieses Renaissanceschloss in dem großen Gebäude am Fuße des Burgberges an der Stelle, wo später das „neue Schloss“ belegt ist, das auf dem später (siehe 1575) erwähnten Holzschnitt  zu sehen ist. Eine Bestätigung dieser These findet er in dem sehr schönen Renaissanceportal, das im Hundsheimerhof 1792 vom Ehepaar Persch (wie eine über dem Portal eingelassene Inschrifttafel aussagt) eingemauert worden ist. Es zeigt das Wappen von Rottwitz und das seiner Frau – einer geborenen Randegg (verwitweten Walterskirchen) sowie die Jahreszahl 1554, der Übernahme der Herrschaft durch Rottwitz. Auf zwei für Donin später aufgetauchten Stichen von 1751 und 1760 glaubt er ein schlossartiges Gebäude zu erkennen, das schon vor dem Bethlen-Schloss (1757) dort gestanden haben muss. Dieses nimmt er nun als das von Rottwitz errichtete Herrenhaus im Renaissancestil an.

24.2.1568                  Stadt, Burg und Herrschaft Hainburg werden pfleg- und pfandweise an Wilhelm Gienger vergeben.

28.5.1569                  zerstört eine wahrscheinlich durch einen Blitzschlag ausgelöste Explosion den als Pulverdepot verwendeten Süd-Westturm und richtet im süd-westlichen Burgbereich schwere Zerstörungen an Zwinger- und Ringmauern an. Dem neuen Pfandinhaber gestattet man, die Kosten für die Herstellung eines Fahrtweges zur Ausbesserung des Brandschadens und zur Errichtung von „Heyschupfen, Ross- und Viechstall auf der Burg“ zur Pfandsumme zu schlagen. Laut Seebach befinden sich diese Zweckbauten an der östlichen Ringmauer, wo u.a. Putz- und Mauerreste darauf hinweisen.

1574                            wird dem Geheimen Rat und Obersthofmeister Hanns Trautsohn, Freiherr zu Sprechenstein Hainburg verschrieben. Er verpachtet es aber an Hanns Burkhard Schlager weiter.

1575                            datiert die älteste Abbildung Hainburgs, ein bei Donin gezeigter Titelblatt-Holzschnitt von Dr. Bartholomäus Reisacher. Er zeigt die Westansicht der Stadt. Die Burg wird mit drei Türmen dargestellt, die als der Wohn-, der Tor- und der Reckturm zu identifizieren sind. Während der nördliche Burgbereich unversehrt dargestellt wird, fehlt der „Pulverturm“ und auch der Palas sieht beschädigt aus .

1576                            wird Rosina Schlagerin (Witwe des Elias v. Rottwitz und des Hanns Burkhard Schlager) Pfandinhaberin.

Die nach der Pulverexplosion zerstörten Bauwerke im Süden der Burg scheinen nicht mehr aufgebaut worden zu sein. Es ist eher anzunehmen, dass man über den in diesem Burgbereich gebauten Gewölben (Kellerräumen, Munitionsdepots, Gängen, die auf die Bastionen hinausführen – Abbildung 25) die Flächen einfach eingeebnet hat, um so Geschützstellungen zu erhalten. Die eingestürzten Mauerzüge werden notdürftig geschlossen, zum Teil mit abgebrochenem Material (Architekturteile aus dem 13. Jhdt. - Abbildung 15) und Ziegeln, wie sie in der Südwand des Palas (Abbildung 26) und dem anschließenden Mauerwerk zu sehen sind. Auch die Ostbastion (heute Aussichtsterrasse) könnte in dieser Zeit (oder bei den Arbeiten von 1621) errichtet worden sein. Dabei hat man den Reckturm abgetragen und die langgestreckten fast 1,5 m dicken Mauern aus dem Zwinger vorgebaut. Zwischen den Bastionen sind zur Verstärkung der Feuerkraft an der Ost- (Angriffs-) Seite zwei Falkonettscharten, eine dritte noch mit Prellhölzern versehen in die nördlichen Ringmauer eingelassen.

1593                            nimmt nach dem Tod von Hanns Freiherr von Trautson der neue Pfandinhaber Reichshofrat Wolf Unverzagt Umbauten in Angriff.

1606                            berichtet Hanns Christoph Freiherr von Unverzagt, der seinem Vater als Pfandinhaber gefolgt ist, dass er die Burg mit Proviant und erfahrenen Soldaten ausgestattet habe.

1619/20                     wird Hainburg dreimal von den Truppen Bethlen Gabors belagert, aber nicht eingenommen.

1621                             werden an der Burg umfangreiche Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Die abgebrannten Wehrgänge, Dächer und Böden werden mit altem Schiffsholz ausgebessert und die Festung auf größere Geschütze umgerüstet. Die Kriegsgefahr besteht bis 1623 weiter.

1627                            stirbt Pfandinhaber Hans Christoph Freiherr von Unverzagt.

29.5.1629                  erwirbt die Stadt die Herrschaft und beginnt sofort an der Burg und an den Wehrbauten mit Ausbesserungsarbeiten. Wohnturm und Kapelle erhalten neue Dächer.

1642                            übersetzen die Schweden im 30jährigen Krieg bei Hainburg die Donau und belagern die Stadt.

1662                            werden die Einkünfte des St. Georgsbeneficiums der Burg dem Bürgerspital überlassen, weil schon seit 1569 kein Burgkaplan mehr tätig gewesen ist.

1672                            bezeichnet G.M. von Vischer, der einen Stich der Stadt anfertigt, den Palas bereits als Ruine. In dieser Zeit scheinen Schloss und Herrschaft wieder an den Kaiser gefallen zu sein. Denn im Jahre

1673                            erhält Johann Bernhard Binder von Pindershofen auf 4 Jahre die Maut Hainburg mit den dazugehörigen Filialmauten und Herrschaftsgefällen und 1 Jahr später wird dieser Vertrag auf den oben genannten und auf den kaiserlichen Administrator der Grafschaft Ungarisch-Altenburg, Johann Popowitsch, auf Lebenszeit ausgestellt.

11.7.1683                   die türkische Armee rückt unter Großwesir Kara Mustafa auf Wien vor. Laut Tagebuch des Zeremonienmeisters der Hohen Pforte wird die stark befestigte Palanke Hainburg unter Kara Mehmed Pascha und (Deli) Bekir Pascha (vermutlich nach längerer Belagerung) erobert und niedergebrannt. Die Besatzung und die Honoratioren sind nicht mehr unter den rund 8000 Menschen „des gemeinen Volkes“ aus Hainburg und den umliegenden Orten, die getötet und verschleppt werden. „Es soll dies wahrhaft eine feste Palanke gewesen sein, stark und wohlbefestigt wie eine Burg, so dass sie allem menschlichen Ermessen auch einer Belagerung von zwanzig Tagen standgehalten hätte. Innerhalb dieser Palanke (deren Außenbefestigungen größer und stärker waren als die der Festung Van) liegt auf einem berghohen Felsen eine weitere Palanke, die zum Zenit emporragt (und mächtiger, stärker und fester ist als die Zitadelle von Van)“, beschreibt der Zeremonienmeister mit einigem Respekt die Hainburger Wehranlagen.

                                     Die entvölkerte Stadt erholt sich nur langsam von dieser Katastrophe, einige kehren aus ihren Verstecken zurück, neue Einwanderer kommen vor allem aus Schwaben, wie Pfarrer Maurer aus den Trauungsprotokollen der Pfarre zitiert.

11.10.1694                 Johann Bernhard Binder von Bindershofen wird die Herrschaft Hainburg neuerlich verpfändet.

16.9.1697                   der niederösterreichische Landmarschall Otto Ehrenreich Graf von Abensberg und Traun bezeichnet im Bericht über die Fluchtorte und die zu ergreifenden Maßnahmen zur Verteidigung gegen die ungarischen Aufständischen, die „Kuruzzen“, Hainburg in einem desolaten Zustand.

29.10.1699                Bindershofens Witwe muss laut kaiserlicher Verordnung Maut und Herrschaft Hainburg abtreten.

3.5.1703                     Kaiser Leopold I. verkauft Herrschaft und Burg an Johann Jakob Graf Löwenburg um den Kaufpreis von 27.000 Gulden.

März 1704                 dringen die Kuruzzen in Niederösterreich ein und brennen die Orte längs der Donau zwischen Hainburg und Schwechat nieder. Die Bevölkerung der umliegenden Orte flüchtet in die befestigte Stadt, in der kaiserliche Truppen unter Feldmarschall Heister stationiert sind. Die Kuruzzen werden abgewehrt.

August 1708             werden Stadt und Burg Hainburg von den Kuruzzen neuerlich bedroht, können aber nicht eingenommen werden.

1709                            Johann Jakob Graf Löwenburg lässt die Burgkapelle instand setzen und eine neue Tramdecke einziehen. Es könnte damals die gesamte Durchfahrt zwischen Kapelle und Wohnturm als Wohnraum (vielleicht für den Kaplan) genützt worden sein, wie aus den Putzresten und den Balkenauflagern zu schließen ist. Dies ist auf einer alten Ansichtskarte (Abbildung 27) sehr deutlich zu sehen.

27.8.1736                  Hofkammerrat Anton Graf Gaisruck, wird als Schwiegersohn Löwenburgs nach dessen Ableben als Erbe auch Besitzer von dessen Herrschaftsgütern, u.a. der Herrschaft Hainburg und des Hauses in der Stadt.

1740                            verkauft Graf Gaisruck diesen Besitz samt Ungeld an Rosalia Francisca Gräfin von Kerry.

1742                            tauscht die Gräfin mit kaiserlicher Zustimmung mehrere Güter und Graf Franz Joseph von Waldstein erhält Hainburg.

1.5.1747                      Waldstein verkauft die Herrschaft Hainburg mit allem, was dazugehört um 42.000 Gulden an Graf Georg von Szluha, Hofrath und Oberst eines Kavallerie-Regiments.

1757                             kauft Graf Gabriel Bethlen um 40.000 Gulden Herrschaft und Burg und lässt am Fuß des Burgberges das neue Schloss im Rokokostil erbauen.

1768                            kauft Feldzeugmeister Graf Philipp Batthyany die Herrschaft um 54.000 Gulden und vollendet den Bau des Schlosses. Der Stadtmauerturm im Westen wird renoviert und mit einer Uhr versehen („Uhrturm“).

1800                           erwirbt Graf Theodor Batthyany nach dem Tod des Feldzeugmeisters bei der 1. gerichtlichen Feilbietung das Schloss und die Herrschaft um 46.500 Gulden und verkauft sie

1803                            an den Hainburger Bürgermeister Claudius Diem, der sie mit 50 Hainburger Bürgern erworben hat, um sie um 70.000 Gulden an Andreas Freiherrn von Fellner abzugeben.

1805 u. 1809            sind französische Truppen in Hainburg, auch Napoleon und Murat sollen hier geweilt haben.

1832                            erwirbt Josef Freiherr von Dietrich das Schloss und den angrenzenden Meierhof von den Erben eines Matthias Lösch, der als Fellners Hauptgläubiger nach den Befreiungskriegen den Besitz übernommen hat.

1852                            verkauft Dietrich Schloss und Herrschaft mit 28 Joch Äckern an das Militärärar. Im Schloss wird ein Kadetteninstitut als Vorbereitungsanstalt für Militärakademien eingerichtet und am

1.12.1852                   feierlich eröffnet. Die beeindruckende Anlage und das imposante Gebäude sind auf einem Stich von Obltnt. Julius Machold (Ausmusterungsjahrgang 1899) festgehalten .

22.6.1853                  Kaiser Franz Joseph I. besucht das Kadetteninstitut.

1856                            eine Lithografie von Conrad Grefe zeigt die schon stark zerstörte Burg mit Saalbau, Wohnturm, Kapelle und den dazwischen aufgebauten Torturm.

 

29.9.1868                  wird das Kadetteninstitut in die neue Regiments-, Vorbereitungs- und Offiziersaspirantenschule der Pioniere umgewandelt und hat laut Zirkularverordnung Nr.884 vom

                                     den Titel „Pionierkadettenschule“ anzunehmen.

21.6.1881                   Kaiser Franz Joseph I. besucht die Pionierkadettenschule und bezieht in der Dienstwohnung des Schulkommandanten Quartier.

1913                             wird die Pionierkadettenschule zur Militärakademie erhoben.

1919                            wird eine Kompanie (des IR 1) des österreichischen Bundesheeres in der „Schlosskaserne“ stationiert.

1928-1936                 führt das Militär an der Burgruine Sicherungsarbeiten durch.

1945 – 1955              sind russische Soldaten in der Schlosskaserne einquartiert.

1954                            wird unter Leitung des Bundesdenkmalamtes der Mauerausbruch an der Südseite des Wohnturmes vermauert.

1966                            das „Schloss“, das in den letzten Kriegstagen von einer Bombe getroffen worden und von den Besatzungssoldaten ziemlich mitgenommen ist, kann trotz verschiedener Bemühungen weder einer neuen Verwendung zugeführt noch saniert werden. Es wird von Pionieren des österreichischen Bundesheeres gesprengt.

                                  Für den Schlossberg und die Burgruine gilt bis auf weiteres „Betreten verboten!“

 

Chronik der Burgrestaurierung

                                     durch die Arbeitsgruppe Schlossberg

17.02.1975                 Gründung der Arbeitsgruppe Schlossberg. Zum Sprecher der Gruppe wird Rudolf Simoncsics gewählt, weitere Mitarbeiter sind Richard Martinsich, Rudolf Wenighofer sen., Ing. Arnulf Haderer, Friedrich Karches und Ing. August Rihs.

22.2.1975                  Beginn der Arbeiten am Karrenweg mit Unterstützung der Feuerwehr und der Hainburger Landwirte; Durchbruch und Sanierung des äußeren Stadtmauertores, das in der Türkenzeit vermauert worden ist.

11.03.1975                 der alte Feuerwehr-Dodge ist das erste neuzeitliche Fahrzeug, das in den Burghof einfährt.

1975                            Rodungsarbeiten im Burghof. Verlegung eines Stromkabels.

                                     Der Mauerausbruch an der Südostecke wird aufgemauert und die Sanierung des Wohnturmes begonnen.

Juni 1975                  das Sonnwendfeuer der Hainburger Feuerwehrjugend im Burghof ist die erste Veranstaltung auf der Burg.

Mai 1976                   LH Andreas Maurer unterstützt die Sanierung und widmet ein Vorwort für die erste Auflage der Broschüre „Schlossberg“.

1976                            Fertigstellung der Arbeiten am Wohnturm: Der Turm ist überdacht, das Kreuzrippengewölbe gesichert, drei Räume stehen zur Verfügung.

                                     Beginn der Sanierungsarbeiten an der Burgkapelle.

                                     Initiative zur Sanierung des Wienertores, dessen inneren Torbogen ein schwerer Transporter beschädigt hat.                                         

Dez. 1976                  Burgvogt Rudolf Simoncsics wird mit der Denkmalschutzmedailledes BM f. Wissenschaft u. Forschung ausgezeichnet.

1977                            Sanierung des Burgtores; Ankauf und Installierung der Beleuchtungsanlage; die Ruine wird zu Fest- und Feiertagen beleuchtet.

                                     Prof. Hanns Karl Mayer wird Mitglied der Arbeitsgruppe.

                                     Planaufnahme der Burg durch Gerhard Seebach.

                                     Ein Konzept zur Sanierung der Burgkapelle wird mit dem Bundesdenkmalamt erarbeitet.

April 1977                 die Stadtgemeinde Hainburg erwirbt den Schlossberg vom Bund, womit die Haftung geklärt ist. Die Tafeln „Betreten verboten“ werden entfernt.

15.05.1977                 Die Arbeitsgruppe Schlossberg veranstaltet die Jahrestagung des österreichischen Burgen- und Schlössererhaltungsvereines in Hainburg und einen „Tag der offenen Tür“ auf der Burg.

22.06.1977                1. Konzert im Wohnturm durch die Lehrer der Musikschule; LH Andreas Maurer ist zu Gast.

1978                            Sanierung der Nordostbastion, und der Stirnseite des  Saalbaus.                DieApsis der Kapelle wird eingewölbt, die Seitenmauern saniert und höher gezogen, damit der Dachstuhl innen aufgesetzt werden kann. Im Burghof wird eine „Bühne“ aufgeschüttet.

27.05.1978                die „Ballade vom Kaiser“ geschrieben von Erna Frank ist die 1. Aufführung der „Burgspiele Hainburg“. Rund 600 Besucher füllen den Burghof.                                            

05.10.1978                Rudolf Simoncsics und Richard Martinsich werden mit dem Ehrenring der Stadtgemeinde Hainburg ausgezeichnet.

Nov. 1978                  Dr. Bernhard Puhl wird Mitglied der Arbeitsgruppe.

24.01.1979                Präsentation des Buches „Die Wehranlagen der Stadt Hainburg“ von Friedrich Karches; der Erlös dient der Burgsanierung.           

1979                            Eindeckung und Fertigstellung der Kapelle, Sanierung der südlichen Ring- und Palasmauer, Freilegung der Kasematten. 

12.05.1979                Einweihung der Pankratiuskapelle         

02.09.1979               Feldmesse im Burghof und 1. Frühschoppen mit der Werksmusik der Tabakfabrik.

Nov. 1979                  Präsentation des Buches „Hainburg einst“, gestaltet von Rudolf Wenighofer sen. und Heinrich Spilka. Der Erlös kommt der Burgrenovierung zu Gute.

1980                            Sanierung der Innenseite der westlichen Ringmauer vom Burgtor bis zum Aufzugsfenster und der nördlichen Ringmauer vom Tor bis zum Abtrittserker. Anlegen eines Spazierweges, der vom Parkplatz aus nordwestlich bis zur Stadtmauer führt und in den ehemaligen Pionierweg mündet durch Burgvogt Rudolf Simoncsics, Leopold Reindl Kurt Nogl und Konrad Ility  Leopold Reindl, der schon seit einigen Jahren bei den Arbeiten mithilft, wird Mitglied der Arbeitsgruppe.

Jän. 1980                  Beauftragung von Gerhard Seebach zur baugeschichtlichen Untersuchung des Karners und Erstellung eines Sanierungskonzeptes.

04.05.1980               Eröffnung der Ausstellung „Plakate, Dokumente, Uniformen von 1914 – 1945“ im Wohnturm und in der Kapelle.

11.05.1980                Kurt Sobotka liest in der Kapelle Gedichte gegen den Krieg.

1981                            Sanierung der Innenseite der westlichen Ringmauer vom Aufzugsfenster bis zu den Kasematten. Gestaltung des vorderen Burghofes. Eindeckung der Kapellenapsis mit Eternitschindeln Installierung einer Wegbeleuchtung auf dem neuen Spazierweg.                          

09.05.1981                Eröffnung der Ausstellung von Schülerzeichnungen zum Thema „Historische Bauwerke und Denkmäler meiner Heimatstadt“.

1982                            Sanierung des Durchbruches auf die Aussichtsterrasse samt Stiegen, sowie der anschließenden Ringmauer innen und außen bis zum Abtrittserker, der wiederhergestellt wird Sanierung der Bastion im Südwesten, Freilegung eines gewölbten Durchganges von der Ringmauer zu dieser Bastion Gestaltung des inneren Burghofes, dabei Freilegung der Zisterne.

08.05.1982               Eröffnung der Fotoausstellung „Hainburg im Foto 1945-1982“.

24.11.1982                 konstituierende Generalversammlung für einen selbstständigen Verein: „Arbeitsgruppe Schlossberg – Verein zur Erhaltung der Hainburger Baudenkmäler“. Es werden die Statuten beschlossen und ein Vorstand gewählt.

                                     Sprecher: Rudolf Simoncsics; Stellvertreter und Veranstaltungen: Prof. Hanns Karl Mayer; Kassier: Richard Martinsich; Kassierstellvertreter: Dr. Bernhard Puhl; Schriftführer: Rudolf Wenighofer; Schriftführerstellvertreter: Ing. August Rihs; Presse und Information: Friedrich Karches; Bauangelegenheiten: Ing. Arnulf Haderer; Sachverwalter: Leopold Reindl; Kassaprüfer: SR Stefanie Neugebauer, Dir. Ernst Wimmer, SR Maria Brenner.

1983                            Sanierung der Fundamente der Zwingermauern im Bereich der Südbastion, der gesamten südöstlichen Ringmauer von der Terrasse bis zum Mauerausbruch, sowie der südöstlichen Zwingermauer bis zur Südost-Bastion.

                                     Bau und Überdeckung der Zisterne.

28.05.1983               Bezirksjugendsingen im Burghof: rund 500 SchülerInnen aus 26 Schulen des Bezirkes nehmen teil.

11.06.1983                Premiere der Burgspiele „Die Türken kommen“ von Erna Frank (Besucherrekord in diesem Jahr mit rund 3000 Besuchern).

24.-26.6.1983          das „Türkenwochenende“ ist eine großartige Hainburger Initiative zum Gedenken an den Türkensturm von 1683. Seit 1977 hat sich die Arbeitsgruppe durch Interventionen mit ausgearbeiteten Unterlagen und Vorsprachen um eine größere Ausstellung oder sogar Landesausstellung bemüht – leider vergeblich. Mit der Gestaltung der Hausinschriften von 1683 und einer Ausstellung auf der Burg (historische Stiche vom Türkensturm) leistet die Arbeitsgruppe ihren Beitrag.

1984                            Sanierung der stadtseitigen Zwingermauer vom Burgtor bis zur Aussichtsterrasse. Ausbesserungsarbeiten im südlichen Burgbereich und der Ringmauer bis zum Palas, sowie Gestaltung des inneren Burghofes.

1985                            Sanierung des Spazierweges (durch Stützmauern) und Neuinstallierung der Wegbeleuchtung; Errichtung einer Sanitäranlage im südlichen Burgbereich. Sanierung der Zwingermauer vom Burgtor südlich, sowie Errichtung von Abwasserläufen im Burghof.

12.05.1985                Dichterlesung mit Michael Pand (Gspandl), einem gebürtigen Hainburger.

13.07.1985                Leopold Reindl verstirbt unerwartet, die Arbeitsgruppe trauert um einen guten Freund und Helfer.

Juli 1985                   Gespräche mit dem Landeskonservator über das bereits ausgearbeitete Sanierungskonzept für den Karner.

1986                            Sanierung der südöstlichen Zwingermauern. Die Beleuchtungsanlage wird fix eingebaut und installiert, sodass die Beleuchtung öfter und mit weniger Aufwand durchgeführt werden kann.

1987                            Pflege und Gestaltung des Areals. Sanierung der halbkreisförmigen Südostbastion

10.06.1987                Generalversammlung: Dr. Bernhard Puhl wird Kassier, sein Stellvertreter Dipl.-Ing. Georg Eder (seit Februar 1987 Mitglied der Arbeitsgruppe), alle anderen Funktionäre bleiben in ihren Ämtern.

1988                            in der Südwestecke der Burg wird die Ringmauer vom Fundament her saniert, der Anschlussbereich Zwinger zur Stadtmauer wird freigelegt und ebenfalls saniert.

11.06.1988                die Arbeitsgruppe nimmt an der „Niederösterreichischen Ortsbildmesse“ in Drosendorf teil. Neben der Präsentation der 13-jährigen Tätigkeit findet das Sanierungsprojekt für den Karner große Anerkennung und LH-Stellvertr. Dr. Pröll sagt finanzielle Unterstützung von ATS 250.000.- zu. Nachdem auch vom Bundesdenkmalamt eine Subvention in dieser Höhe zugesichert wird und die Arbeitsgruppe selbst ATS 100.000.- aufbringt, kann mit der Sanierung des Karners begonnen werden.

25.06.1988               Premiere der Burgspiele „Wegen unvorhergesehener Schwierigkeiten entfällt die Gründung von Hainburg“ von Erna Frank.

1989                            die Südwestecke der Ringmauer wird fertiggestellt. Sanierung eines großen Mauerabschnittes an der Ostseite, der Zwingermauer an der Südostecke  vom Fundament her und des Turmrests beim Ausbruch an der südöstlichen Ringmauer.

Juni 1989                  Teilnahme an der Ortsbildmesse in Neustadtl.

                                     Beginn der Arbeiten am Karner mit der Sanierung und Eindeckung der Apsis. Das flache Blechdach wird abgetragen, durch eine höhere und spitzere Konstruktion wie in alten Stichen ersichtlich (ähnlich dem Karner von B.D. Altenburg) ersetzt und mit Holzschindeln eingedeckt.

28.10.1989                LH-Stellvertr. Pröll besucht den Schlossberg und lässt sich die Restaurierungsarbeiten erläutern

1990                            in der Südwestecke der  Burg werden die in den Fundamenten erhaltenen Anschlussstellen von   Ring–, Zwinger- und Stadtmauer saniert und fertiggestellt.

                                     Die abgebrochenen Teile der Zwingermauer zum Sportplatz hin (in ihren Fundamenten erhalten) werden ergänzt.                              

23.06.1990               6. Niederösterreichische Ortsbildmesse in Hainburg: Die Arbeitsgruppe dokumentiert 15 Jahre Denkmalschutzarbeit in Hainburg und kann das gemeinsam mit den Werkstätten des Bundesdenkmalamtes laufenden Karnerprojekt vorstellen.

                                     Anlässlich der Ortsbildmesse kann die Arbeitsgruppe den von Friedrich Karches verfassten neuen Stadtführer von Hainburg präsentieren und LH-Stellvertr. Pröll und Bürgermeister Hirschl überreichen. Die Stadtgemeinde refundiert der Arbeitsgruppe 50 % des Verkaufwertes für ihre Sanierungsarbeiten.

                                     Vor der Mariensäule wird ein Gedenkstein eingemauert Gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt, der NÖ Landesregierung und der Stadtgemeinde wird ein langfristiges Projekt zur Sanierung der Stadtmauern erarbeitet und mit insgesamt ATS 10 Millionen veranschlagt. Die Stadtmauer soll in mehreren Etappen saniert werden. In weiterer Folge will man Teile (eventuell an der Ostseite) begehbar machen.

                                     Josef Staritz wird Mitglied der Arbeitsgruppe.

1991                            Beginn der Sanierungsarbeiten am Palas, Freilegung des Kellergeschosses. Beginn der Arbeiten an einem Spazierweg vom Exerzierplatz aus.

                                     Karner: Gestaltung des Portals und der umgebenden Schauflächen, sowie Geländeregulierungsarbeiten.  Präsentation einer Broschüre über die Geschichte und die geplanten Sanierungsvorschläge des Karners, der Reinerlös fließt der Renovierung des Karners zu.      1. Etappe der Stadtmauersanierung vom Theodorapalast bis zum 5-Eck-Turm an der Innenseite. Veranschlagt ATS 3 Millionen.               Die Hochschule für angewandte Kunst in Wien erhält einen Forschungsauftrag über die Mariensäule. Dabei wird festgestellt, dass die Marienstatue abzustürzen droht, sodass auch eine Sanierung notwendig ist. Die Arbeitsgruppe sagt ihre Unterstützung zu. 02.04.1991Rudolf Simoncsics erhält von LH Ludwig das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland NÖ.04.06.1991Präsentation eines „Ortsbildinventars“, das mit Architekt DI Wilhard Haderer die Gestaltung des ehemaligen Ortskerns mit Karner, Lichtsäule, Anger und die Fassadengestaltung der umliegenden Häuser nach denkmalschützerischen Richtlinien aufzeigt.

1992                            Fertigstellung des Kellergeschosses im Palas. Vorbereitungs- und Pflegearbeiten für den im Rahmen des NÖ Donaufestivals stattfindenden „Poesiezirkus“ auf der Burg. Ergänzung der Beleuchtungsanlage. Die an den Karner angebauten Gebäude werden von der Gemeinde abgebrochen, damit kann auch die Nordseite durch das Bundesdenkmalamt saniert werden. Gestaltung des Geländes und der Abgrenzungsmauer zur Volksschule. An der Stadtmauer wird im Osten die Außenseite saniert.

                                     Grundsätzliche Differenzen mit einigen Vertretern des Bundesdenkmalamtes über die Art der Sanierung, über die schleppende Entscheidungsfindung und oft widersprüchliche Aussagen, die ein wirtschaftliches Arbeiten kaum möglich machen, bei Stadtmauern wie auch beim Karner, veranlassen die Arbeitsgruppe sich von diesen Projekten zurückzuziehen.

16.05.1992                offizielle Eröffnung des neuen Spazierweges, der vom Exerzierplatz zur Burg führt. Bis zu dem Turmrest (Abbildung 41) ist die östliche Stadtmauer in Resten erhalten. Oberhalb des Turmes lässt sich die Stadtmauer nur in Fundamentresten bis zur Anschlussstelle an die Nordost-Bastion verfolgen.          9.-11.7.1992 mehrere Veranstaltungen beim „Festival der Poesie auf der Burg“ im Rahmen des NÖ Donaufestivals.

11.07.1992                 mit dem Ableben von Richard Martinsich verliert die Arbeitsgruppe ein Gründungsmitglied und Hainburg einen unermüdlichen Chronisten, Historiker und Heimatforscher.

21.10.1992                Generalversammlung: Otto Staritz wird Mitglied der Arbeitsgruppe.

1993                            Sanierung der gesamten, teilweise 9 m hohen Ringmauer im Südosten.

                                     In Zusammenarbeit mit dem Kulturverein wird die Pestsäule restauriert.

                                     Die Gestaltung der gesamten Anlage rund um Karner und Lichtsäule wird von der Arbeitsgruppe durchgeführt, die Innensanierung erfolgt durch die Werkstätten des Bundesdenkmalamtes.

1994                            Sanierung des äußeren Stadtmauerabschnittes vom Burgtor zum Zwinger, des Sockels des Wohnturmes sowie der Südostecke der Ringmauer.

                                     Fertigstellen der Arbeiten am Karner.

                                     Herausgabe einer Broschüre über die Mariensäule in Zusammenarbeit mit den Restauratoren.

                                     Gestaltung und Montage von insgesamt 20 Tafeln zur Beschreibung besonderer Bauwerke, deren Nummerierung mit dem Stadtführer identisch ist.

Juli 1994                   Ritter-Film-Festival im Burghof.

13.10.1994                endlich wird „Maria“ wieder auf ihre Säule gesetzt.

11.12.1994                 im „Fenstergucker“ von ORF 2 wird ein Bericht über Hainburgs Kulturdenkmäler und den Schlossberg gesendet.

06.05.1995               Eröffnung des Karners

27.05.1995                Festakt im inneren Burghof zum 20jährigen Bestehen. Die Arbeitsgruppe gibt einen „Rechenschaftsbericht - ernst und heiter“ heraus, der auch als Broschüre aufgelegt wird. Im Wohnturm wird die Tätigkeit der Arbeitsgruppe unter dem Titel „einst und heute“ als Ausstellung präsentiert.                    Karner

1996                            Pflege- und Instandhaltungsarbeiten (da in diesem Jahr keine Subventionen einlangen, können keine Sanierungen durchgeführt werden).

03.04.1996               mit dem Ableben von Kassaprüferin SR Stefanie Neugebauer verliert die Arbeitsgruppe eine langjährige Gönnerin und Mitarbeiterin.

                                     Das Hainburger Kinderfest findet diesmal auf dem Schlossberg unter dem

Thema „Sagen und Märchen auf der Burg“ im Anschluss an den Frühschoppen statt.

27.10.1996                Unterzeichnung des 15a-Staatsvertrages – des Vertrages zur Errichtung des „Nationalpark Donau-Auen“ durch die Landeshauptleute Dr. Pröll und Dr. Häupl sowie Bundesminister Dr. Bartenstein im Burghof auf dem Schlossberg - eine historische Feierstunde.

1997                            die westliche Stadtmauer vom Burgtor abwärts bis zum Spazierweg wird an der Außenseite saniert.

20.05.1997               Francesco Borelli, ein Kupferstecher aus Rom, stellt der Arbeitsgruppe 100 kunstvolle Kupferstiche (50 koloriert) vom äußeren Burgtor zur Verfügung, deren Erlös den Sanierungsarbeiten zu Gute kommt.

16.11.1997                  Teilnahme der Arbeitsgruppe an der Ortsbild-Matinee in Krems. LH Pröll wird eine Dokumentation über den derzeitigen Stand der Arbeiten übergeben.

                                     Sanierung der Mariensäule und Studie abgeschlossen.

1998                            die westliche Stadtmauer wird vom Spazierweg bis zum Burgtor an der Innenseite restauriert.

                                     Generalversammlung: Bisher sind ca. ATS 8 Millionen verbaut worden.

1999                            Abstützung des Geländeabbruches vor dem Burgtor und Sanierung der Innenseite der südlichen Ringmauer.

                                     Gemeinsam mit der Tourismuskommission und der Gemeinde wird im Karner eine Ausstellung und mehrere Veranstaltungen zum Thema „250 Jahre Mariensäule“ und „die Stifter- und Tuchmacherfamilie Oppitz in Hainburg“ organisiert. Federführend ist Karl Walek.

25.04.1999               Eröffnung der Ausstellung über die Mariensäule im Karner, wo an den folgenden Wochenenden historische und kulturelle Vorträge gehalten werden.

02.12.1999                Besuch von Vertretern der Arbeitsgruppe bei Landeshauptmann Dr. Pröll zur Übergabe der jährlichen Subvention.

2000                           Sanierungsarbeiten an der südlichen Ringmauer innen und außen. Abbruch der Zwingermauer in der Westecke der Burg wurde unterfangen und saniert.

                                     „950 Jahre Heimoburg – 25 Jahre Arbeitsgruppe Schlossberg“ ist das Thema der diesjährigen Veranstaltungen auf der Burg, erarbeitet mit Karl Walek, den Burgspielen, der Fotogruppe und der Autorenrunde (10-jähriges Jubiläum).

25.06.2000              Eröffnung der Ausstellung „950 Jahre Heimoburg...“ im Wohnturm mit einem Festakt.

25.09.2000              LH-Stellvertreterin Liese Prokop ist bei einem von StR. Herzig organisierten Kulturgespräch in der Burgkapelle zum 1. Mal Gast auf dem Schlossberg.

2001                           Instandsetzung und Sanierung der südlichen und südwestlichen Zwingermauern bis zum Anschluss an die Stadtmauer. Die Kronen der Nordostmauer und die hofseitige Schaufläche des Wohnturmes werden saniert.

02.09.2001               nach langjähriger Pause wird im Burghof durch den neuen Stadtpfarrer Mag. Othmar Posch wieder eine Feldmesse zelebriert, im Anschluss daran findet in der Pankratiuskapelle eine Taufe statt. Der neue Pfarrer will den Schlossberg öfter für kirchliche Veranstaltungen nützen.

2002                           die Beleuchtungsanlage rund um die Burg und auf dem Spazierweg wird erneuert. Vom Parkplatz bis zum Stadtmauerdurchbruch werden zusätzliche Beleuchtungskörper installiert.

                                     Die Arbeiten im südlichen Burgbereich werden mit der Sanierung der inneren Ringmauer innen und außen fortgesetzt. Die nordöstliche Ringmauer vom Burgtor bis zum Ausgang auf die Terrasse wird an der Innenseite saniert.

14.05.2003               Generalversammlung mit Neuwahl. Die Arbeitsgruppe Schlossberg besteht aus dem Sprecher Burgvogt Rudolf Simoncsics, Rudolf Wenighofer sen., Ing. Arnulf Haderer, Friedrich Karches, Prof. Hanns Karl Mayer, Dr. Bernhard Puhl, Dipl. Ing. Georg Eder, Josef Staritz und Otto Staritz, Kassaprüfer sind Dir. Ernst Wimmer, Dir. Horst Dienstl und OSR Maria Brenner.

20.09.2003              in der Kapelle findet nach Jahrhunderten wieder eine Hochzeit statt: Edda und Werner Mohr schließen den Bund fürs Leben.

2003                           Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten werden an den Ringmauerkronen im südlichen Burgbereich durchgeführt. Der Mauerausbruch an der Aussichtsterrasse im Osten wird ausgemauert und die gesamte Bastion saniert (Abbildung 43).

2004                           die Schauflächen und Ringmauerkronen werden vom Burgtor nördlich bis zum Abtrittserker gesichert. In der südöstlichen Ecke der Burg wird der Mauerabbruch etwas erhöht, der Turmrest, die Innenseite der Ringmauer und die Mauerkronen saniert.

05.09.2004              beim traditionellen Frühschoppen wird im Rahmen eines Festaktes das 80-jährigeBestehen der Pfadfindergruppe Hainburg gefeiert.

2005                           die Sanierung der Schauflächen des Wohnturmes (außer der Hofseite) werden in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt durchgeführt (Abbildungen 10,11,12), wobei das Fenster zur Stadt mit dem einzigen erhaltenen Mittelsteher, sowie die bauhistorisch hochinteressante Seite zur Kapelle hin mit dem Hocheinstieg und den spätmittelalterlichen Mauerausbrüchen und Putzresten von einem Bildhauer bearbeitet worden.

                                     Mit der Sanierung der inneren Palasmauer (mit einem bemalten Putzrest) und der Mauern in der Südostecke sind die Sanierungsarbeiten auf dem Schlossberg vorläufig abgeschlossen.

23.02.2005              mit dem Ableben von Josef Staritz verliert die Arbeitsgruppe einen wertvollen Mitarbeiter und guten Freund, der sich durch sein unermüdliches Engagement vor allem um die Pflege und Gestaltung der gesamten Anlage große Verdienste erworben hat.

17.5.2005                  mit Kassaprüfer Stadtamtsdirektor i.R. Ernest Wimmer verstirbt ein Förderer der ersten Stunde und langjähriger Freund der Arbeitsgruppe.

 

Bilanz: Insgesamt wurden seit Beginn der Arbeiten mehr als € 750.000.- für die Burgrenovierung aber auch die Bauvorhaben an      den anderen Bauwerken durch die Arbeitsgruppe aufgebracht, die sich aus Subventionen der NÖ Landesregierung, der             Stadtgemeinde Hainburg, des  Bundesdenkmalamtes, der Sparkassenstiftung und des Wissenschaftsministeriums, aus       Spenden der Mitglieder, Besucher, der Hainburg Banken, der Austria Tabakwerke, des Lions-Clubs Hainburg, der Burgspiele und der verschiedenen anderen Veranstalter sowie aus dem Erlös  der Bücher, des Stadtführers und der Stiche zusammensetzen. Das ist auf 30 Jahre aufgeteilt ein Schnitt von € 25.000.-, der pro Jahr aufgebracht und für die Arbeiten ausgegeben wurde. Dazu kommen die unzähligen, eigentlich unbezahlbaren Stunden an Eigenleistungen, die für die Bauarbeiten, die Pflege der gesamten Anlage und die Organisation aufgewendet wurden.